Ethnografische Zentrum

Ausstellungshallen

Das Ethnografische Zentrum verfügt über mehrere Ausstellungsräume, die sich alle im Obergeschoss des Gebäudes befinden. Auf der Karte unterhalb dieser Zeilen können Sie deren Lage ermitteln und die dort verfügbaren Erläuterungstafeln einsehen.

Dachgeschoss

Terrasse

Ton

Keramiker, Ziegler, Geschirrmacherinnen, Töpfer

Auf der Insel Gran Canaria ist die Herstellung von Gefäßen und Gegenständen aus Ton eine der handwerklichen Tätigkeiten, die sich über die Jahrhunderte bis in die Gegenwart praktisch ohne wesentliche Änderungen erhalten haben. Die Ureinwohner formten bereits qualitativ hochwertige Tongefäße komplett von Hand. Doch nach der Eroberung der Insel am Ende des 15. Jahrhunderts, führten die neuen Siedler die Töpferscheibe ein und damit einhergehend neue Formgebungen, Größen und Dekorationen, die der neuen Gesellschaft angepasst waren. Diese europäischen Töpfer eröffneten ihre Werkstätten in den bedeutenderen Ortschaften, sowohl in ehemaligen Siedlungen der Ureinwohner (Gáldar, Telde oder Agüimes) als auch in neu angelegten wie der Stadt Las Palmas. Es konnte auch festgestellt werden, dass das Formen von Gefäßen komplett von Hand, also ohne Drehscheibe, weiter ausgeübt wurde. Die Gefäße aus Aufbaukeramik wurden möglicherweise von Kanaren unter Einsatz der Techniken der Ureinwohner gefertigt oder aber auch von Siedlern, die dies auch schon an ihren Herkunftsorten getan hatten. Im 16. und 17. Jahrhundert gab es Keramikwerkstätten u. a. in Las Palmas de Gran Canaria, Telde, Arucas und Moya. Im Verlauf der Jahrhunderte verschwanden die kanarischen Töpfer, die mit der Drehscheibe arbeiteten, und ab dem 18. Jahrhundert entstanden in La Atalaya de Santa Brígida und später an Orten wie Hoya de Pineda, Lugarejos oder Tunte Familienverbände, die sich der Herstellung von komplett von Hand geformtem Geschirr widmeten.

In diesen neuen Zentren der Keramikproduktion waren im Unterschied zu früheren Jahrhunderten, in denen die Töpfer Männer waren, Frauen für die Herstellung der Tongefäße zuständig. Die Aufgabe der Männer war es nun, ihre land und viehwirtschaftlichen Arbeiten mit der Herbeischaffung von Ton und Brennholz zu vereinbaren sowie bei der Vorbereitung der Stücke und deren Brennen im Ofen zu helfen. Die Frauen kümmerten sich außerdem darum, ihre Erzeugnisse auf der gesamten Insel abzusetzen, gegen Geld oder gegen Produkte der Gegenden, durch die sie kamen.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verschwanden die letzten traditionellen Geschirrmacherinnen und Geschirrmacher (Juliana, Rafaela, Panchito, Antoñita, Adolfina, Justo …), doch nach und nach werden sie ersetzt durch eine neue Generation Keramiker, die sich Tag für Tag darum bemühen, dieses uralte Handwerk lebendig zu erhalten.

Möbel und Hausrat

Die Handwerker und Handwerkerinnen auf Gran Canaria versorgten die Landarbeiter und andere Handwerker sowie in verschiedenen städtischen und Manufakturtätigkeiten Beschäftigte mit Werkzeugen. Außerdem bauten sie auch die verschiedenen Typen von Wohnhäusern, die in Gran Canaria über die Jahrhunderte gebräuchlich waren. Und sie fertigten den einfachen Hausrat und die Möbel, die im Alltagsleben gebraucht wurden. Die Vielfalt, Qualität und Menge der handwerklich gefertigten Gegenstände, die wir in einem traditionellen Haushalt Gran Canarias finden, waren sehr unterschiedlich, je nach Kaufkraft der Bewohner. Gegenüber sehr bescheidenen Haushalten, oft in einfachen Höhlen eingerichtet, wo es nur eine Pritsche, eine Kiste oder Truhe, eine Matte, auf der gegessen oder geschlafen wurde, ein paar Keramikgefäße, in denen gekocht wurde und vielleicht eine Lampe aus Blech gab, neben ein paar wenigen Kleidungsstücken, die im Alltag gebraucht wurden, … sehen wir Haushalte von finanziell besser gestellten Familien, in denen die Menge und Qualität der Haushalts und Einrichtungsgegenstände beachtlich war.
In den drei Modellen dieses Moduls sehen wir einerseits zwei bescheidene kanarische Wohnungen, eine davon in einer Höhle, und ein Puppenhaus, das die Atmosphäre und die Einrichtung im Haushalt einer wohlhabenden Familie wiedergibt. In den beiden bescheidene Wohnungen sind einfache, vollständig von lokalen Handwerkern hergestellte Möbel und Hausrat zu sehen. Im Puppenhaus sehen wir in Gran Canaria hergestellte handwerkliche Gegenstände neben anderen, viel luxuriöseren und feineren, aus Europa importierten. Die Bilder des Moduls veranschaulichen auch Einzelheiten der von den Handwerkern der Insel hergestellten Gegenstände und Möbel.

La Piel

Zapateros, guarnicioneros, zurroneros,...

La piel de los animales ha tenido múltiples usos a lo largo de la Historia. La población aborigen la empleó para elaborar diversos objetos e incluso la ropa con que se vestían. Una vez conquistada la isla, el uso de la piel para vestido pierde importancia, pero continuará su empleo para satisfacer las necesidades generadas por la nueva población. Los colonos introducen pieles de ganado mayor (vacas, caballos, etc.) y se diversifica las técnicas artesanas y los objetos resultantes: se elaboran calzados, arreos para las caballerías, contenedores de líquido, instrumentos musicales, utensilios agrícolas y ganaderos, etc.
Muchos pastores, probablemente siguiendo una tradición aborigen, curtían las pieles de cabra para elaborar con ellas útiles y recipientes relacionados con su trabajo: batijeros o cajeros, zurrones a modo de mochilas, collares para perros, cabras y ovejas, monederos para el reloj „relojera“, etc.; son los denominados zurroneros que aún hoy, de manera testimonial, están presentes en los campos canarios. Los zurrones, uno de los elementos más característicos de la cultura rural canaria, eran utilizados para el amasado del gofio, si bien, cuando era de gran tamaño, los pastores lo empleaban como bolso para el acarreo de sus enseres necesarios cuando salía con el ganado a pastar.

Pflanzenfasern

Korbflechter, Mattenflechterinnen, Schuhflechter, Käfigbauer …

Aus den erhaltenen archäologischen Überresten wissen wir, dass die Ureinwohner Gran Canarias große Fertigkeit bei der Verarbeitung von Pflanzenfasern entwickelten. Z. B. Binsen und Palmfasern, aus denen verschiedene Gegenstände und Kleidungsstücke hergestellt wurden. Nach der Eroberung der Insel kamen diese Fasern auch weiterhin zum Einsatz, doch die Flechttechniken, die Herstellungsart und die Einführung neuer steiferer Materialien wie Palmrippe, Weide und Schilfrohr führten zu wesentlichen Veränderungen gegenüber der voreuropäischen Verarbeitung. Die Technik besteht im Wesentlichen im Flechten oder Ineinanderschlingen von Pflanzenfasern – nach einer Behandlung, um Knicke und Verdrehungen auszuhalten ohne zu brechen – und das Werkstück so in der gewünschten Form aufzubauen. Bei dieser Arbeit kamen sehr wenige und einfache Werkzeuge zum Einsatz: Öffner aus Holz oder Metall, Messer, Holzhammer usw. Gesammelt wurden hauptsächlich Schilfrohr, Palmblätter, Palmrippen, Weide, Binse, Roggenstroh, Rohrkolben und Goldregen. Nach der Einführung der Agave vom amerikanischen Kontinent entwickelte sich mit deren Fasern eine bedeutende handwerkliche Tätigkeit zum Zweck der Herstellung von Stirnschutzen für Zugtiere, Schuhe mit Sisalsohlen sowie Stricke und Halfter. Das Schilfrohr wurde besonders zur Herstellung von Korbwaren verwendet, allein oder in Verbindung mit feineren Weidenzweigen oder starken Palmrippen der kanarischen Palme. Der Einsatz eines bestimmten Materials für einen Korb hing vom beabsichtigten Gebrauch und der gewünschten Größe des Stücks ab.

Los cestos para cargar mercancía pesada o que van a sufrir una constante manipulación (labores agrícolas, transporte, industria, construcción) eran elaborados
(integramente o parcialmente) con fibras duras, como el pírgano o el mimbre (cestos, serones, cestas pedreras, etc.). Los objetos domésticos o de uso más delicado eran elaborados con fibras blandas como el junco, la palma, centeno o caña (pequeñas cestas, sombreros, cestas hierberas, barquetas, costureros, hueveras, esteras, etc.)
La cestería se desarrolló en Canarias como un oficio complementario pues gran parte de los cesteros y cesteras eran a su vez campesinos o jornaleros. Estas personas empleaban las horas libres que les dejaban las tareas agrícolas para elaborar productos que, tras su venta, les permitían obtener un ingreso extra para mejorar la economía familiar.

Stein

Steinmetze, Steinhauer, Steinbildhauer, Steinbrecher …

Der vulkanische Ursprung der Kanarischen Inseln hat das Vorhandensein verschiedener Felsarten sehr unterschiedlicher Eigenschaften hinsichtlich Härte, Farbe, Korngröße usw. begünstigt. Die Altkanaren verwendeten Steine zum Bau ihrer Häuser, zur Errichtung von Mauern, Treppen, Umfriedungen usw. und, weil es auf den Inseln keine Metalle gab, auch zur Herstellung von Werkzeugen und anderen Gegenständen wie Handmühlen, Hacken, Schlagbolzen, Schneidwerkzeugen usw. Nach der Eroberung der Inseln und der Ankunft der Metalle, wurden keine Steinwerkzeuge mehr hergestellt. Die Arbeit mit Steinen konzentrierte sich nun auf das Maurerhandwerk und das Behauen von Steinen zur Verwendung als Bauelemente. Manche Handwerker spezialisierten sich auf den Bau von Häusern unter ausschließlich Verwendung von Trockenmauern aus in Bachläufen und Gelände in der Nähe des Arbeitsortes gesammelten Steinen. Andere konzentrierten sich auf die Errichtung von Steinmauern auf Ackergelände, um Felder durch die Anlage von Terrassen an steilen Hängen zu verbessern, erweitern oder zu schaffen.
Dekorative Steine, die in Steinbrüchen abgebaut wurden, kamen anfangs kaum zum Einsatz, da deren Abbau, Transport und Bearbeitung sehr kostenaufwendig war. Erst im Laufe der Zeit, mit dem Wachstum der Städte, kamen sie immer stärker zum Einsatz, vor allem an vornehmen, zivilen und kirchlichen, Gebäuden oder baulichen Elementen wie Brunnen, Plätzen, Gärten usw. Der Beruf wurde durch Weitergabe der Familientradition erlernt. Kinder begannen üblicherweise mit ca. 10 Jahren im Steinbruch zu arbeiten, wobei sie zunächst bei einfachen Arbeiten halfen. Mit 14 Jahren galten sie dann bereits als Gesellen und arbeiteten und verdienten wie die Erwachsenen.

Das kanarische Messer

Es zeichnet sich durch seinen Griff aus, der aus einer Reihe von Ringen oder Stücken aus Rinder- oder Hammelhorn zusammengesetzt ist, in die feine in geometrischen Mustern angeordnete Metallplättchen eingelassen sind. Die »Messermacher« fertigen ausschließlich Griffe, während die Klinge von spezialisierten Klingenschmieden hergestellt wird. Die regionale Vokabel »naife« stammt vom englischen knife her oder vielleicht auch vom portugiesischen naifa (Taschenmesser) und wird traditionell zur Bezeichnung dieser Messer aus Gran Canaria verwendet. Deren Ursprünge gehen auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und die Produktion war in einer größeren Anzahl von Ortschaften der Insel vertreten (Arucas, Gáldar, Guía, Telde und Teror). Sie wurden vor allem von Bauern bei ihren täglichen Verrichtungen benutzt, und wegen ihres symbolischen Werts wurden sie in den Familien von einer Generation in die nächste vererbt. Gegenwärtig wird die Herstellung der kanarischen Messer fortgeführt.

Holz

Tischler, Holzbildhauer, Zimmerleute …

Texte und archäologische Funde belegen die Verwendung von Holz durch die ersten Bewohner der Insel Gran Canaria. Wenn auch mit rudimentären Techniken und Holzwerkzeugen, stellten die Altkanarier Holzbalken für die Dächer und Türen ihrer Häuser, kleine Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Waffen usw. her. Der Einsatz von Holz und die Verbreitung der entsprechenden Berufe (Sägemüller, Tischler, Böttcher usw.) nahm nach der Eroberung und Kolonisierung der Insel erheblich zu. Holz war auf Gran Canaria reichlich vorhanden und für die Bedürfnisse der neuen Bevölkerung von grundlegender Bedeutung, z. B. beim Bau von Häusern, Zuckerfabriken, Wasserbau, Mühlen, Keltereien, Möbeln und Hausrat sowie zahlreichen Gegenständen des täglichen Lebens. Für die Fertigung von beweglichen Gegenständen oder solchen des täglichen Gebrauchs waren die sogenannten Hartholztischler zuständig. Der Name bezieht sich darauf, dass für Möbel, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, Werkzeuge usw. harte Hölzer erforderlich waren. Zu dieser Berufsgruppe gehörten auch die Uferschreiner, die auf handwerkliche Weise Boote bauten, sowie weitere spezialisiertere Tätigkeiten wie die der Instrumentenbauer. Von erheblicher Bedeutung waren auch Bildschnitzer und Holzbildhauer, die Andachtsbilder sowohl für Kirchen als auch für den häuslichen Gebrauch herstellten, neben Altarbildern für Kirchen und Kapellen.

Textilien

Die Textilherstellung war eine der wichtigsten wirtschaftlichen Tätigkeiten der Insel nach ihrer Eingliederung in die Kastilische Krone. In den ersten Jahrhunderten wurde sie hauptsächlich von Männern ausgeübt, obwohl sie in der traditionellen und ländlichen Gesellschaft fast ausschließlich von Frauen betrieben wurde, die auch heute die Herstellung dominieren. Verschiedene Handwerksberufe wurden auf Gran Canaria im Zusammenhang mit der Herstellung oder Verarbeitung von Fasern oder Garnen zur Anfertigung von Stoffen für verschiedene Verwendungszwecke (Kleidung, Haushaltsartikel usw.) ausgeübt. Besonders sind darunter die Arbeiten mit Schafwolle (Spinnen und Weben) und die Stickerei und Lochstickerei zu nennen, weil es sich dabei um handwerkliche Tätigkeiten handelt, die in der traditionellen Gesellschaft stark verwurzelt waren und im Laufe der Zeit eigenständige Züge annahmen, die sich klar von denen anderer Teile der Kanarischen Inseln oder des spanischen Festlandes unterscheiden.

Stickerei und Lochstickerei

Von Frauen hergestellte Stick und Lochstickarbeiten haben eine lange Tradition in Gran Canaria, besonders in den Ortschaften des Südostens. Mit Lochstickerei werden vor allem Haushaltstextilien verziert, wie Tischdecken, Bettdecken, Betttücher, Handtücher, Zierdeckchen, Tischläufer, Taschentücher, Brotbeutel oder Vorhänge, aber auch manche Kleidungsstücke wie Schürzen, Blusen oder bestimmte Kleidungsstücke der traditionellen Tracht. Dabei werden einzelne Fäden aus einem Stoff gezogen und andere zusammengefasst, um geometrische Muster zu bilden, die häufig durch die Flora oder architektonische Motive, die ihrerseits auch Formen der Natur nachempfinden, inspiriert sind. Für die Lochstickerei werden hauptsächlich Leinen- und Baumwollstoffe verwendet. Ihr Ursprung dürfte im Grenzgebiet zwischen Portugal und den spanischen Regionen Andalusien und Extremadura liegen. Anfang des 20. Jahrhunderts und in den folgenden Jahrzehnten wurden sie aufgrund ihrer Qualität bis nach Großbritannien, in die USA und, in geringerem Ausmaß, nach Deutschland und Frankreich exportiert.
Über die Stickereien werden den Textilien Ziermotive aller Art hinzugefügt, die Trachten, Kleidungsstücke, Tischwäsche, Ziergegenstände in Kirchen, Hausrat und anderes verschönern. Die Ausführung einer Stickereiarbeit erfolgt in mehreren Schritten: Das Motiv Zeichnen, Stoff zuschneiden, bedrucken, den Rahmen wählen, den Stoff aufspannen, das Garn vorbereiten und schließlich im gewählten Stich sticken. Die kanarische Stickerei erfuhr in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen großen wirtschaftlichen Aufschwung und Blüte, danach kam es jedoch aus verschiedenen Gründen (Kriege, Versorgung mit Stoffen usw.) zu einem Niedergang. Und heute gibt es nur noch wenige aktive Stickerinnen.

Hutmacher

Die Entwicklung des Hutmachergewerbes auf Gran Canaria geht auf das 17. Jahrhundert zurück und erreichte seine Blüte im 18. und 19. Jahrhundert. Es wurde auf alle Inseln exportiert. Der Hut war aus der Kleidung der Bevölkerung – von Männern, Frauen und Kindern – nicht wegzudenken. Diese typischen Hüte sind als »cachorros canarios« bekannt. Zur Herstellung der Hüte wurde als Hauptmaterial Kaninchen oder Kamelhaar verwendet, das zu Filz verarbeitet und danach in Form gebracht wurde. Als Appretur kamen Fischleim, Mandelbaumharz, Gummi arabicum und andere zum Einsatz. Bedeutende Orte der Hutmacherei waren Firgas, Gáldar, Arucas, Guía, Moya, Telde und Las Palmas de Gran Canaria.

Proyección

Die ersten Handwerker

Woher, wie, wer, wo …

Die Besiedlung Gran Canarias nahm ihren Ausgang in Nordafrika. Die ersten Gruppen landeten bereits mit der Absicht die Insel zu besiedeln, denn sie brachten Haustiere und Pflanzen in Form von Samen und Stecklingen mit. Möglicherweise handelte es sich zunächst um ein kleineres Siedlerkontingent, das jedoch ausreichend war und seinen eigenen kulturellen Hintergrund, eindeutiger Amazigh-Abstammung, mitbrachte. Die aktuellen Schätzungen gehen von ca. 2500 vor unserer Zeitrechnung als frühestem Zeitpunkt von Anlandungen aus, während als spätester möglicher Zeitpunkt der Besiedlung das 2. – 3. Jh. unserer Zeitrechnung genannt wird. Die Gründe für die ursprüngliche Besiedlung sind uns nicht bekannt. Verschiedene Hypothesen gehen von protohistorischen Kontakten mediterranen Ursprungs aus, oder von einem römischen Ursprung, von einem von Rom betriebenen Handelsplatz aus, um die Ressourcen der Inseln auszubeuten, bis hin zur Möglichkeit eines Strafexils nordafrikanischer Stämme. Gesicherter ist, dass diese Kanarische Bevölkerung etwa ein Jahrtausend lang isoliert war. Und in dieser Zeit entwickelte sich eine eigene an die Gegebenheiten der Insel Gran Canaria angepasste und auf den nordafrikanischen Wurzeln basierende Kultur.

Die traditionellen Handwerkstätigkeiten

Viele der Siedler, die nach der Eroberung Gran Canarias im 15. Jahrhundert auf die Insel kamen, waren Handwerker, von denen die Nachfrage nach Utensilien und Werkzeugen gedeckt werden sollte, die in der neuen Gesellschaft für die häuslichen und sich entwickelnden wirtschaftlichen Tätigkeiten gebraucht wurden. Nur sehr wenige der von der ursprünglichen Bevölkerung ausgeübten Handwerkstätigkeiten wurden nach der Kolonisierung noch weiter ausgeübt (Keramiker, Korbflechter, Gerber). Es sind die europäischen Handwerker mit ihren technischen Kenntnissen (Steinmetze, Tischler, Weber, Schuster, Hutmacher, Schmiede, Blechschmiede, Keramiker usw.), die sich auf dem Markt der Kanarischen Inseln etablieren. Im Laufe der Zeit entwickeln diese Handwerkstätigkeiten und ihre Erzeugnisse ihre eigene Persönlichkeit und unterscheiden sich von denen des spanischen Festlandes infolge des Einsatzes lokaler Werkstoffe und der Spezialisierung auf die spezifischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der Inselbevölkerung.

Los saberes técnicos de estos oficios se fueron transmitiendo, en la mayor parte de los casos, dentro del contexto familiar; los padres y madres enseñaban desde muy pequeños a sus hijos e hijas, las labores propias de estas actividades con el objetivo de que pudieran continuar ejerciéndolas en el futuro.
Con el paso de los siglos muchos oficios artesanos han ido desapareciendo ante el avance de nuevos procesos industriales. Las labores artesanas que continuaron ejerciéndose, los que conocemos como oficios tradicionales, quedaron relegados a zonas rurales, desde donde todavía se demandaba su producción. Por ello, la mayoría de los artesanos, hasta hace muy pocas décadas, eran también campesinos o pastores, que ejercían estos oficios durante los periodos de descanso vegetativo o de poca actividad en los campos. En el marco rural, no eran considerados individuos ajenos o extraños a la comunidad de agricultores.

Die Eroberung

Die Lebensweise der Altkanaren änderte sich ab 1483 drastisch, als die Katholischen Könige, Isabella und Fernando, die Insel endgültig eroberten. Die Kultur der neuen europäischen Siedler setzt sich in allen Lebensbereichen durch: die Bauform von Ansiedlungen und Gebäuden, Kleidung, Glaube, Rechtsprechung, neue Utensilien und Werkzeuge, eine neue Wirtschaft, neue Berufe usw. Die Kanarischen Inseln waren jedoch schon vor ihrer Eroberung, seit der klassischen Antike, bekannt. Das lässt sich anhand vereinzelter archäologischer Funde römischen Ursprungs im Meer und auf manchen Inseln bestätigen. Sie werden auch in antiken griechischen und römischen Texten genannt, u. a. von Plinius dem Älteren im 1. Jh. n. Chr., der einige Jahrzehnte früher vom mauretanischen König Juba II. auf die Fortunatae Insulae unternommene Reise oder Expedition beschreibt.
Nachdem sie Jahrhunderte lang scheinbar ins Vergessen geraten waren, wurden sie im 14. Jahrhundert erneut besucht, und zwar im Zuge der europäischen Expansion in den Atlantik, durch Genoveser, Katalano-Aragonier, Portugiesen und Kastilier. Daher wurden die Kanarischen Inseln nun in See und Landkarten, Portolanen oder in den Karten von Angelino Dulcert (1339) und Abraham Cresques (1375) dargestellt. Ebenfalls im 14. Jahrhundert fanden die ersten Versuche der Evangelisierung statt, mit der Schaffung des Bistums der Glücklichen Inseln in Telde, das 1351 gegründet wurde und bis 1391 bestand, als die Einheimischen zwölf dort lebende Mönche aus Mallorca ermordeten.

Nuevos colonos, nuevos cultivos

En la isla de Gran Canaria la elaboración de recipientes y objetos de barro es uno de los oficios artesanos que se ha mantenido a lo largo de los siglos hasta la actualidad sin prácticamente sufrir transformaciones sustanciales. Los aborígenes ya hacían recipientes de barro totalmente a mano de una gran calidad, pero tras la conquista de la isla a fines del siglo XV, los nuevos colonos incorporarán la alfarería a torno, y con ella nuevas tipologías, dimensiones, y decoración adaptada a la nueva sociedad. Estos alfareros europeos, denominados olleros, situaron sus talleres en las poblaciones más importantes, ya fueran antiguos poblados aborígenes (Gáldar, Telde o Agüimes) o en núcleos de nueva planta como la ciudad de Las Palmas. También se constata que se continuó ejerciendo la elaboración de recipientes totalmente „a mano“, es decir, piezas levantadas sin tornos. Los recipientes „a mano“, que se empiezan a denominar como „loza“ pudieron haber sido elaborados por canarios siguiendo la técnica indígena o también por colonos, como ya la hacían en sus lugares de origen. En los siglos XVI y XVII se localizaban alfares en Las Palmas de Gran Canaria, Telde, Arucas o Moya. Con el paso de los siglos, los olleros canarios que trabajaban a torno van desapareciendo, y a partir del siglo XVIII en La Atalaya de Santa Brígida y posteriormente en lugares como Hoya de Pineda, Lugarejos o Tunte, se van generando núcleos familiares dedicados a la elaboración de loza hecha totalmente „a mano“.

Instrumentenbauer

Saiteninstrumente wie die Gitarre, die Laute, die Bandurria und insbesondere die Timple bilden die akustische Grundlage der kanarischen Volksmusik und dürfen in keiner Musikkapelle fehlen. Wohl wurden auch Instrumente importiert, aber schon sehr früh gab es auf Gran Canaria Handwerker, die für die Herstellung sorgten. Diese Instrumente werden hauptsächlich aus Holz gebaut, das bis Mitte des 20. Jahrhunderts vom Instrumentenbauer selbst geschlagen und vorbereitet wurde.

Unter diesen Instrumenten ist besonders die Timple hervorzuheben, die wie keine andere für die kanarische Musik steht und diese prägt. In anderen Regionen Spaniens gibt es kein Instrument, das der Timple gleich käme. Zu ihrem Ursprung zeigen mancheMusikwissenschaftler auf, dass es sich tatsächlich um barocke Vihuelas handeln könnte, wegen der bauchigen und langgestreckten Form ihres Resonanzkörpers und der Stimmung ihrer Saiten. Sie gelangte mit der Kolonisierung auf die Kanarischen Inseln und hat sich als nicht weiter entwickelter Archaismus erhalten.

Im Gegensatz zur Entwicklung in anderen Berufen, hat sich der Bau von Saiteninstrumenten erhalten und nimmt sogar leicht zu, allerdings weniger als Vollzeit,sondern eher als Nebenbeschäftigung. Es hat auch eine zeitgemäße Anpassung stattgefunden, vor allem im Fall der Timple, bei der sich die Morphologie dadurchverändert hat, dass sie zu einem Soloinstrument geworden ist, oder mit dem Bau von elektroakustischen Timples.

Glockenmacher

Die meisten Glockenmacher waren Hirten, die sich auf die Anfertigung von Viehglocken spezialisiert hatten, weil diese für die freie Herdenhaltung auf den Kanarischen Inseln unverzichtbar waren. Die trapezförmigen Glocken bestanden aus Messingblech und innen wurde als Klöppel ein Stück Holz runden Querschnitts aufgehängt. Das Holz stammte von Bäumen der Insel, die sich durch ihr hartes Holz großer Dichte auszeichnen. Die Handwerker stellten verschiedene Glockenmodelle her, je nach den Bedürfnissen des Hirten und den Eigenschaften der Herde, die Namen trugen wie grillote, grillota, cumplida, llorona, habanera, redonda, vizcaína.

Käfigbauer

Der Handel mit Vögeln, insbesondere mit Kanarienvögeln (Serinus canaria), war sehr aktiv seit dem 14. Jahrhundert, als europäische See und Kaufleute begannen die Inseln zu besuchen, bis in das 18. Jahrhundert, als die Fortpflanzung der Kanarienvögel in Gefangenschaft gelang und der Handel damit verfiel. Im Zuge dessen entstand der Beruf des Käfigbauers, die auch auf den Fang und die Aufzucht dieser Vögel spezialisiertwaren.

Heute ist dieser Beruf im Aussterben begriffen, doch früher gab es Käfigbauer in allen Ortschaften Gran Canarias. Die Käfige wurden aus Materialien wie Schilfrohr, Holz und Draht gebaut, mit sehr einfachen Werkzeugen (Messer, Zirkel, Bohrer und Lochschere). Form und Größe der Käfige wurden dem zu transportierenden Vogel angepasst oder der Funktion, für die er bestimmt war (rechteckig, oval, mit Türmchen oder Platz zum Fliegen, Einzelkäfige, mit Falle usw.).

Metall

Schmiede, Blechschmiede, Glockenmacher …

Mit der Kolonisierung der Inseln etablierten sich in allen aufstrebenden Ortschaften Schmiedewerkstätten, die bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts überdauerten. Neben der Fertigung von Teilen für Zuckerfabriken, Keltereien, Mühlen, Brunnen usw. wurden dort auch weitere Aufträge für vielfältige Arbeiten, Gegenstände und Werkzeuge ausgeführt. Außer dem Beschlagen von Tieren wurden auch zahlreiche Werkzeuge für den Landbau hergestellt (Hacken, Pflanzhacken, Sicheln, Gertl, Rechen usw.) oder auch alle Werkzeuge für das Baugewerbe (Steinmetzäxte, Schlegel, Stemmeisen, Scharniere, Schlösser, Nägel, Zuganker, Gitter usw.). Und ebenso die Hauswirtschaft und andere Berufe brauchten Schmiedeerzeugnisse: Kübel, Messer, Äxte, Gewichte, Halfter usw.

Neben Schmieden und Schlossern ist für das 16. Jahrhundert auch die Anwesenheit weiterer Metall verarbeitender Handwerksberufe auf Gran Canaria dokumentiert, wie Zinn und Kupfer verarbeitende Handwerker und Glockengießer und solche, die aus Bronze Teile für Geschütze anfertigten. Auch die Säbelschmiede, die auf die Herstellung von Säbeln spezialisiert waren, und Gold und Silberschmiede, die liturgische und Luxusgegenstände anfertigten.

Drei der Handwerksberufe haben die Jahrhunderte überdauert und haben sich seit ihrer Ankunft auf den Inseln bis ins 20. Jahrhundert wenig verändert: Schmiede, Blechschmiede und Handwerker, die Viehglocken herstellten. Das waren fast ausschließlich von Männern ausgeübte Berufe, und die Weitergabe der Kenntnisse erfolgte von Vater zu Sohn. Die Schmiede und Blechschmiede übten ihr Gewerbe in Vollzeit aus, weil die Nachfrage nach ihren Erzeugnissen und Arbeiten konstant war.

Der Pier am Leuchtturm

Der Pier am Leuchtturm von Maspalomas wurde zuallererst gebaut und diente dem Bau des Turms. Der Grund war die Unmöglichkeit, die Baumaterialien über Land zu transportieren. Damals, Ende des 19. Jahrhunderts, gab es keine gute Verkehrsverbindung über Land bis zu diesen Dünenfeldern im Süden Gran Canarias. Maspalomas wurde als trostlose Öde beschrieben. Der Pier wurde vom Ingenieur Juan de León y Castillo konzipiert, der auch die Entwürfe für den Leuchtturm erstellte. Der Ingenieur aus Gran Canaria nutzte dazu eine Geländeniederung aus und baute zwei am seewärtigen Ende verbundene Stützmauern. Das Innere wurde mit Steinen aufgefüllt und schließlich mit einer gepflasterten Betondecke geschlossen. Der Pier war die Nabelschnur des Leuchtturms von Maspalomas, die ihn mit der Außenwelt verband, um die Leuchtturmwärter zu versorgen und den Brennstoff für die Laterne herbeizuschaffen, bis im 20. Jahrhundert die Straße gebaut wurde.

Die Dünen von Maspalomas

Die Dünen befinden sich an der Mündung der Fataga-Schlucht, die an ihrem unteren Ende Maspalomas genannt wird. Dort bildete sich ein Schwemmkegel, der nach verschiedenen Änderungen der Meereshöhe zu einer Ebene wurde, auf der sich schließlich die heutigen Dünen gebildet haben. Die Entstehung von Dünen ist ein Prozess, an dem Sedimente, Meeresströmungen und Pflanzen beteiligt sind und sich schließlich ein Feld von freien Dünen bildet. Der Prozess beginnt mit der Erosion des vulkanischen Gesteins und der Zersetzung von Meeresorganismen. Diese Sedimentsande werden von der Meeresströmung am Ufer deponiert. Wenn sie trocken sind, werden sie vom Wind in Richtung des Landesinneren getragen, wo sie auf Pflanzen wie den Salzhafer (Traganum moquinii) treffen. Die Pflanzen werden von Sand umgeben, bis hinter der Pflanze ein kleiner Hügel entsteht. Und das ist der Kern der Düne, die dann durch die Windbewegungen weiter wächst. Die Dünenflora besteht aus ca. 50 Arten. Darunter befinden sich auf den Kanaren endemische Arten wie die Kahle Schizogyne (Schizogyne glaberrima). Die Artenverteilung hängt von ihrer Fähigkeit ab, Sandverwehungen auszuhalten, dem Vorhandensein von Wasser und von ihrer Toleranz gegenüber erhöhten Salzgehalten. So finden wir hier u. a. den Salzhafer, die Kanaren-Tamariske, Zypergräser, die Strauchige Sode, Binsen, den Strandflieder oder den Strauch-Dornlattich.

Oase und Lagune Maspalomas

Die Lagune von Maspalomas ist das bedeutendste Feuchtgebiet auf Gran Canaria. Es ist der Rest eines Sumpfgebiets, das an der Mündung der Fataga-Schlucht vorhanden war. Heute beschränkt es sich auf die Lagune an der Mündung des Flussbetts. Die Lagune speist sich sowohl aus dem Wasser, das nach Regenfällen durch die Schlucht fließt, als auch aus Meerwasser bei sogenannten Springhochwassern. Dieser Prozess erneuert die Fischfauna, weil Eier und Fischbrut hineingeschwemmt werden. Bei besonders hohem Wasserzulauf kann sich die Lagune bis auf eine Fläche von 4 Ha ausdehnen. Am Westufer befindet sich einer der interessantesten Palmwälder der Küste Gran Canarias, die sogenannte Oase. Zwar wurden darin Gebäude für touristische Zwecke errichtet, trotzdem ist er aber zusammen mit der Lagune und den Dünen immer noch ein ökologisch und landschaftlich interessanter Ort.

Die Fauna der Oase und der Lagune

Fotografía: Proyecto Masdunas
Der Ökosystemkomplex aus Oase, Lagune und Dünenfeld bildet einen Raum mit hoch interessanter Fauna. Besonders die Vögel verdienen hier Aufmerksamkeit. Zu nennen sind darunter der Wiedehopf (Upupa epops) oder der Kanarenpieper (Anthlus bertheloti), neben Generalistenarten wie dem Raubwürger (Lanius excubitor) oder der Brillengrasmücke (Sylvia conspicillata). Vier Wasservogelarten nisten in der Lagune: Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus), Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), Teichhuhn (Gallinula chloropus) und Blässhuhn (Fulica atra). Zwei der drei auf Gran Canaria endemischen Reptilarten kommen hier vor, hauptsächlich die Gran-Canaria-Rieseneidechse (Gallotia stehlini). Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Wirbellosen, unter denen der auf Gran Canaria endemische und vom Aussterben bedrohte Pimelia Sandkäfer (Pimelia granulicollis) hervorzuheben ist.
Proyecto Masdunas. Autor: Antonio Ignacio Hernández Cordero.

Die Tomatenplantagen

Die Küste von San Bartolomé de Tirajana war Mitte des 20. Jahrhunderts das bedeutendste Gebiet für den Tomatenanbau auf der Insel Gran Canaria. Auf mehr als fünfhundert Hektar Boden wurden Tomaten angebaut, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eins der Hauptexporterzeugnisse der Landwirtschaft der Insel waren. Der Tomatenanbau erforderte eine große Zahl an Arbeitskräften, worauf der Ursprung der ersten Siedlungen an der Küste im Süden der Insel zurückgehen – Ortschaften wie El Doctoral oder El Tablero de Maspalomas. Die Tomatenproduktion gründet sich auf Naturalpachtverträge, mit denen sich der Bauer beim Landeigentümer bis zur Lieferung der Tomaten nach der Ernte verschuldete. Die Naturalpächter lebten in sehr einfachen vom Landeigentümer gestellten Gemeinschaftsunterkünften. Das Aufkommen des Tourismus machte dem Tomatenanbau hier ein Ende.

Der Tourismus in Maspalomas

Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war Maspalomas öde und einsam. Bei schlechter Verkehrsanbindung und weit weg vom wirtschaftlichen Zentrum, waren die Tomatenplantagen das einzige menschliche Zeichen an dieser Küste.
Die Grafschaft Vega Grande, die Eigentümerin dieses Landstrichs, schrieb 1962 einen internationalen Ideenwettbewerb für die Anlage einer Urlaubsstadt aus. Damit sollte Qualitätstourismus angezogen werden. Nach nur 10 Jahren kamen nach Maspalomas mehr Besucher als in die Stadt Las Palmas de Gran Canaria, die bis dahin das Urlauberziel der Insel gewesen war. Einer der Gründe dafür ist das hervorragende Klima, mit mehr Sonnenstunden als die Inselhauptstadt, der andere die Schönheit dieses Küstenabschnitts, besonders der ökologische Raum aus Lagune, Oase und Dünenfeld.
Die touristische Expansion begann in San Agustín, ging von dort aus auf Playa de Inglés über und Ende des 20. Jahrhunderts weiter nach Meloneras, über den Abschnitt der Lagune und der Oase von Maspalomas hinaus. Durch das touristische Wachstum wurden die Dünen und die Lagune mit ihrem Palmenwald erhalten, und dadurch gilt dieser Urlaubsort nun als ökologisches Juwel.

Die Siedlung der Ureinwohner

Fotografía: arqueologia.maspalomas.com
In der Umgebung von Maspalomas lebten Ureinwohner. In der Fundstätte Punta Mujeres, in der Nähe des Leuchtturms, sind Überreste einer Siedlung der Ureinwohner an der Küste zu besichtigen. Die Ansiedlung der ursprünglichen Bewohner ist darauf zurückzuführen, dass Wasser in der Lagune vorhanden war und reichlich Jagdwild, Fisch und Meeresfrüchte. In der Fundstätte sind sechs Strukturen von Wohnhäusern vorhanden, die Teil einer größeren Siedlung gewesen sein dürften. Laut Radiokarbonmethode ist die Siedlung in einem zeitlichen Rahmen zwischen dem 7.-9. und Ende des 15. Jh. n. Chr. einzuordnen. San Bartolomé de Tirajana ist die Gemeinde mit den meisten archäologischen Fundstätten der Ureinwohner auf der ganzen Insel, über 160. Dazu gehören u. a. die Fundstätten Lomo Perera oder die Nekropole in Maspalomas. In diesem Gemeindegebiet befindet sich auch der Archäologiepark von Arteara. Dabei handelt es sich eine große Tumuli-Begräbnisstätte mit mehr als tausend Gräbern auf einem großen erstarrten Lavastrom (Malpaís). Die Nekropole erstreckt sich über zwei Quadratkilometer und war ursprünglich von einer Trockenmauer umgeben.

Christoph Kolumbus in Maspalomas

Maspalomas war die letzte Zwischenstation auf den Kanarischen Inseln, die Christoph Kolumbus auf seiner Reise nach Amerika einlegte. Auf seiner vierten und letzten Reise – 1502 – machte der Entdecker am Ankerplatz in Maspalomas Halt. Die vier Schiffe, zwei Karavellen und zwei Nefs, landeten am 24. Mai und fuhren am nächsten Tag mit Kurs auf die Karibik weiter. Maspalomas war ideal, um Trinkwasser zu laden. Der Ankerplatz war windgeschützt. Und es war brackiges Trinkwasser verfügbar, das sich auf der Überfahrt in den Holzfässern besser hält. Außerdem bot die Küste Holz der Kanarischen Tamariske, das sehr gut als Brennholz geeignet ist. Andere Seefahrer machten ebenfalls dort Zwischenstation. So landete 1504 eine Flotte von vier Karavellen unter dem Kommando von Juan de la Cosa an der Küste von Maspalomas an, um Lebensmittel, Wasser und Brennholz zu laden. Spätere Schriftstücke, wie ein Bericht über die Schwierigkeiten eines Schiffs in Gewässern von Gran Canaria, nennt Maspalomas als einen der Häfen der Insel. 1599 wurde Maspalomas auch vom Holländer Peter Van der Does genutzt, um dort Trinkwasser zu laden und seine Toten zu beerdigen, nachdem er erfolglos versucht hatte die Insel einzunehmen und bei seinem Überfall auf Las Palmas de Gran Canaria besiegt wurde.

Horario

Lunes a domingo de 10:30h a 17:00h

Teléfono

928 772 445

E-mail

faromaspalomas@fedac.org

Dirección

Pl. del Faro, 15,
35100 Maspalomas, Las Palmas

Leder

Schuster, Sattler, Beutler …

Tierhäute kamen im Laufe der Geschichte für vielfältige Zwecke zum Einsatz. Von der Urbevölkerung wurden sie zur Herstellung verschiedener Gegenstände und sogar ihrer Kleidung verwendet. Nach der Eroberung der Insel verlor die Verwendung von Leder für Kleidung an Bedeutung, doch auch die neue Bevölkerung hatte Bedürfnisse, die durch Lederartikel gedeckt wurden. Die Siedler führten Häute größerer Tiere ein (Rinder, Pferde usw.) und die Handwerkstechniken sowie die daraus entstehenden Gegenstände wurden diversifiziert: Schuhe, Pferde- und Zuggeschirre, Behälter für Flüssigkeiten, Musikinstrumente, landwirtschaftliche Utensilien usw.
Viele Hirten, die dabei vermutlich einer Tradition der Ureinwohner folgten, gerbten Ziegenhäute, um daraus Utensilien und Behälter für ihre Arbeit herzustellen: Verschiedene Arten von Rucksäcken, Halsbänder für Hunde, Ziegen und Schafe, Schatullen für Uhren usw. Das sind die sogenannten Zurroneros, Beutler oder Säckler, die es auch heute noch vereinzelt auf dem Land auf Gran Canaria gibt. Der Zurrón (Beutel aus der ganzen Ziegenhaut) ist einer der charakteristischen Gegenstände der ländlichen Kultur der Kanarischen Inseln und wurde zum Kneten von Gofio (gemahlenes, geröstetes Getreide) verwendet. War dieser Beutel jedoch größer, wurde er von den Hirten auch als Tragesack für alles, was sie brauchten, wenn sie die Herde weideten, verwendet.